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Historie

Erst in den 1960er Jahren begann die Delfinhaltung in Europa. In Deutschland war es der Zoo Duisburg, der im Jahr 1965 erstmalig Delfine zeigte. Die ersten Großen Tümmler im Zoo Duisburg wurden im damaligen Delfinum präsentiert, einem einfachen Becken, das mit einem Tragluftzelt überdacht war, um den Tieren und den Besuchern Schutz vor der Witterung zu bieten. Die Tiere avancierten umgehend zu den großen Publikumslieblingen des Zoos und lockten Besucher von weit her. Die Faszination Delfine hatte die Zoobesucher gepackt, die nun erstmalig Gelegenheit hatten, die Tiere hautnah im Zoo zu erleben.


Delfinum 1965 Aussenansicht Delfinum 1965 Vorführung












Aufgrund des riesigen Erfolges der Delfinpräsentation entstand nur drei Jahre später im Jahr 1968 das erste geschlossene Delfinariumgebäude im Zoo Duisburg mit einer seinerzeit richtungsweisenden Architektur, die später auch bei anderen Delfinarien übernommen wurde.


Altdelfinarium 1968 Aussenansicht Altdelfinarium 1968 Innenansicht












Neben einem Haupt- und Vorführbecken war ein für Besucher nicht einsehbarer Nebenbeckenbereich gegeben, in den sich die Tiere zurückziehen oder z.B. bei Behandlungen separiert werden konnten.



Altdelfinarium 1968 Futterküche
Bild 6

Altdelfinarium 1968 Futterküche

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Das Hauptbecken war von Außen durch Unterwasserscheiben für die Besucher einsehbar. Insgesamt bot die Halle über 800 Besuchern Platz, um die täglichen Vorführungen der Delfine zu verfolgen.







































In diesem zweiten Delfinarium des Zoo Duisburg gelang im Jahr 1978 die Erstzucht eines Großen Tümmlers in Deutschland. Die stetige Entwicklung in der Delfinhaltung ließ jedoch alsbald erkennen, dass dieses Delfinarium langfristig für eine Haltung und gleichzeitig Zucht von Delfinen nicht ausreichend war. So blieb das Delfinarium nach einer Delfingeburt zumeist über Monate für die Zoobesucher geschlossen, um ein sicheres Heranwachsen der Jungdelfine zu garantieren. Heute weiß man, dass speziell für die Zucht der Delfine ein Mehrbeckensystem sowie ein Quarantänebereich vonnöten sind.



DUPHI – erste Delfinnachzucht im Jahr 1978 in einem Deutschen Zoo
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DUPHI – erste Delfinnachzucht im Jahr 1978 in einem Deutschen Zoo

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Ein solcher Komplex wurde mit dem dritten Delfinarium des Zoo Duisburg geschaffen, das im Jahr 1995 eröffnet wurde. Unmittelbar angrenzend an das Delfinarium von 1968 und mit diesem über einen Schwimmkanal verbunden, entstand ein neuer Beckenbereich mit großem Hauptbecken und zwei Ausweichbecken, die alle miteinander verbunden sind. Über eine große Schleuse ist dieses Neudelfinarium an das Altdelfinarium von 1968 angegliedert, so dass ein großzügiger, z.T. über 5 m tiefer Gesamtbeckenkomplex entstanden ist, mit mehr als 3 Millionen Liter Salzwasser – das größte überdachte Delfinarium Deutschlands. Durch große Sichtscheiben ist von den über 1.400 Besucher fassenden Tribünen ein Einblick in den Unterwasserbereich des Hauptbeckens gegeben. Während im neuen Delfinarium die täglichen Vorführungen der Delfine stattfinden, dient das angrenzende Altdelfinarium vornehmlich der Zucht. Abgetrennt vom Publikum können die Delfinmütter im Altdelfinarium in Ruhe ihre Jungtiere zur Welt bringen und groß ziehen, während sich die Besucher gleich nebenan an den Vorführungen der übrigen Tiere erfreuen.



Delfinarium 1995 Rohbau
Quelle: Ilse Ponek
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Delfinarium 1995 Rohbau
Quelle: Ilse Ponek

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Das Dach besteht aus lichtdurchlässigen Mehrfachstegplatten, die ein natürliches Lichtspektrum im Delfinarium ermöglichen, zumal auch die oberen Seitenwände des Gebäudes mit großflächigen Glasfronten versehen sind, so dass auf eine künstliche Ausleuchtung der Innenanlage verzichtet werden kann. Sowohl diese seitlichen Fensterelemente als auch ein riesiges zentrales Schiebedach oberhalb des Beckentraktes lassen sich öffnen, um - abhängig von äußeren Faktoren, wie z.B. Lufttemperatur, sowie dem Wohlbefinden der Tiere entsprechend - so oft und so lange wie möglich natürliche Umweltreize auf die Delfine einwirken zu lassen (Frischluft, Sonnenstrahlen, Wind, Regen).

Die einzelnen Becken sind mit unterschiedlich tiefen Wasserzonen ausgestattet, ähnlich wie die Lagunen und Buchten Amerikas, in denen die im Delfinarium gehaltene Küstenform der Großen Tümmler von Natur aus heimisch ist. Darüber hinaus sind die Beckenwände sowie die Böden z.T. mit Kunstfelsmodulation gestaltet, und bieten somit viele unterschiedliche Strukturen, um das Erkundungsverhalten der Delfine zu fördern.