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Forschung an Delfinen

Zu Beginn der Delfinhaltung in Europa in den 1960er Jahren wusste die Wissenschaft noch sehr wenig über die Biologie der Wale und Delfine. Die meisten Erkenntnisse der damaligen Zeit beruhten auf den Erfahrungen und Beobachtungen der Walfänger, die wertvolle Informationen über die Verbreitung, Gruppengröße sowie das Verhalten einzelner Arten liefern konnten. Die Wissenschaftler nutzen die von den Walfängern und Fischern gefangenen Tiere für u.a. Artbestimmungen, anatomische Untersuchungen und Erforschungen der Nahrungsgewohnheiten. Viele Wal- und Delfinarten waren der Wissenschaft seinerzeit noch nicht bekannt und einige seltene Arten sind selbst heute noch gänzlich unerforscht.

Auch die Öffentlichkeit wusste früher so gut wie nichts über die Wale- und Delfine, die bestenfalls aus Erzählungen bekannt waren. So überraschte es nicht, dass Wale und Delfine über lange Zeit als Fische bezeichnet wurden, wozu unter anderem der auch heute noch gebräuchliche Name ‚Walfisch’ nicht unerheblich beitrug.

Erst mit der Delfinhaltung begann das Interesse, mehr über Wale und Delfine zu erfahren. In den Delfinarien konnten u.a. das Verhalten und die Kommunikation der Delfine erforscht werden und nach den ersten Zuchterfolgen auch das Reproduktionsverhalten der Tiere. Im Freiland erlaubten moderne Boote und neuartiges Tauchequipment bessere Beobachtungen und Studien der Wale und Delfine.

Gleichwohl stammt das Gros unseres heutigen Wissens über Delfine aus den Beobachtungen im Delfinarium. Viele Studien über das Verhalten der Delfine in der Gruppe, die Kommunikation der Tiere untereinander, das Paarungsverhalten sowie die Aufzucht von Jungdelfinen ist nur in Delfinarien möglich, da man im Freiland kaum die Möglichkeit hat, derart nahe und über einen längeren Zeitraum an die Tiere heranzukommen. Zahlreiche der in den Delfinarien durchgeführten Studien dienten freilich als Grundlagenforschung für weiterführende oder vergleichende Arbeiten im Freiland.

Im Zoo Duisburg wurden über die Jahre unzählige Forschungsarbeiten an den verschiedenen Wal- und Delfinarten durchgeführt, durch die eigenen Zoobiologen und Veterinäre oder durch Studenten und Gastwissenschaftler aus mehr als 20 verschiedenen Ländern. Studien wurden durchgeführt an vier verschiedenen Wal- und Delfinarten, die über die Jahre im Zoo Duisburg gehalten wurden - Große Tümmler, Weißwale, Jacobita-Delfine und Amazonas Flussdelfine. Daneben beteiligten sich die Zoobiologen und –veterinäre auch an Forschungsarbeiten im Freiland, u.a. an Studien mit Großen Tümmlern, Schweinswalen und Pottwalen.

Heute herrscht ein umfassendes Wissen über die bekanntesten Wal- und Delfinarten der Welt. Viele der ca. 80 Wal- und Delfinarten sind jedoch auch heute noch nahezu unerforscht und selbst beim Großen Tümmler, dem bekanntesten und am weitesten verbreiteten aller Delfine, gibt es noch viele ungeklärte Fragen, u.a. zur Fortpflanzung und zur Jungtieraufzucht, die es durch weitere Forschungsarbeiten noch zu beantworten gilt.