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Technik

Im Duisburger Delfinarium leben die Delfine in naturnahem Salzwasser, das dem Salzgehalt des Meerwassers entspricht, und das ohne Zusatz von Chemikalien auf rein biologische Art und Weise aufbereitet wird.

Gereinigt wird das Wasser durch ein komplexes Filtersystem, durch welches das Beckenwasser gepumpt und von Schadstoffen wie Kot und Futterresten befreit wird. Auf diese Weise wird ein jederzeit sauberes Beckenwasser garantiert.

Das künstlich hergestellte Salzwasser, dessen Salzgehalt ähnlich wie im Meer etwa drei Prozent beträgt, wird von den Tierpflegern im Delfinarium aufbereitet. Hierzu wird Leitungswasser mit Salzsole vermischt, um ein natürlich wirkendes Salzwasser zu gewinnen. Der Salzgehalt ist wichtig, da dieser für einen natürlichen Auftrieb der Tiere im Wasser sorgt, so wie es auch in den Weltmeeren der Fall ist. In einem reinen Süßwasser müssten die Delfine aufgrund des fehlenden Auftriebs des Wassers wesentlich mehr Energie aufbringen, um an die Wasseroberfläche zu gelangen. Zudem fördert das Salzwasser bei den Delfinen die Gesunderhaltung von Haut und Augen. Zum Trinken dient den Delfinen das Salzwasser jedoch nicht, da die Tiere ihre benötigte Flüssigkeit ausschließlich über die Nahrung aufnehmen.

Abgegrenzt von den Becken des Delfinariums ist ein großer Filtertechnikraum hinter den Kulissen des Delfinariums gegeben, der ausgestattet mit Filteranlagen, Auffangbecken, Pumpen, Wasserleitungen und Absperrschiebern das Zentrum der Beckenreinigung darstellt. Der Raum ist durch doppelte Wände schallisoliert vom Beckentrakt der Delfine getrennt. Zudem sind alle Wasserpumpen, die 24 Stunden im Einsatz sind, durch Gummifüße gepuffert, um Vibrationen zu unterbinden, die hierdurch nicht bis in die Becken der Delfine durchdringen können. Somit erfahren die Delfine keinerlei störende Geräusche oder Schwingungen von der komplexen Filtertechnik.
 

Zusammen mit allen einzelnen Becken des Delfinariums ist ein geschlossener Wasserkreislauf gegeben, in dem das Wasser gereinigt wird. Alle sieben Stunden durchlaufen die über 3 Millionen Liter Wasser aus den verschiedenen Becken den Reinigungsprozess.

Neben herkömmlichen Kies- und Sandfiltern kommen im Duisburger Delfinarium riesige Eiweißabschäumer, sogenannte Aquaflotoren, zum Einsatz. Hierbei wird ganz auf den früher üblichen Einsatz von Chemikalien, wie z.B. Chlor, verzichtet. Zusammen mit dem renommierten Forschungsinstitut Jülich wurde mit der Eröffnung des Neudelfinariums im Jahre 1995 eine seinerzeit völlig neuartige Filtertechnik entwickelt, die auf rein biologischer Basis arbeitet, ohne den Bedarf zusätzlicher Chemikalien.

Auch wenn sich in den früheren Jahren der Delfinhaltung der Einsatz von Chlor für die Beckenreinigung nie als schädlich für die Delfine erwiesen hat (in ähnlicher Weise wird Chlor z.B. zur Reinigung des Trinkwassers oder in Schwimmbädern verwendet, ohne dass die Menschen hierunter leiden), so war es dennoch das Bestreben des Zoo Duisburg, eine Beckenreinigung ohne Zusatz von Chemikalien zu erzielen. Mit Hilfe riesiger, in dieser Größe erstmalig entwickelter Aquaflotoren, die schädliche Substanzen sowie Schmutzpartikel aus dem Wasser filtern, den vorgeschalteten biologischen Filtertöpfen, in denen Bakterienkulturen das Wasser reinigen, sowie einer Ozonisierung und einem Aktivkohlefilter im Nachgang wird eine jederzeit herausragend gute Wasserqualität garantiert.

Zusätzlich finden regelmäßige Tauchgänge seitens der Tierpfleger:innen in den Becken der Delfine statt, um mit Spezialbürsten die Beckenwände und Besuchersichtscheiben zu reinigen.

Tägliche Wasserproben, die zudem regelmäßig zur Untersuchung an ein Fachlabor gesendet werden, bestätigen den Pflegern die für die Gesunderhaltung der Delfine benötigten Wasserwerte. Aufgrund der gegebenen Reinigungsstufen ist das Wasser im Delfinarium sogar von deutlich besserer Qualität, als in vielen verschmutzen Meeren.

Neben dem Verzicht auf Chemikalien, wie z.B. Chlor, bietet die biologische Filtertechnik mit den Aquaflotoren den weiteren Vorteil, dass eine deutliche Wasser- und Energiereduzierung gegenüber der früher üblichen Filtertechnik gegeben ist. So verwundert es nicht, dass diese im Zoo Duisburg entwickelte Filtertechnik heutzutage weltweit Verwendung findet.
Mehr zum Eiweißabschäumer fiinden Sie hier